Linkenboldshöhle

Eingang zur Höhle
Unsere Höhle ist immer an Himmelfahrt und am „Tag des offenen Denkmals“ für die Bevölkerung geöffnet.
An diesen Tagen werden Sie von unserem Verein bewirtet und durch die Höhle geführt.

N48°16.567′ E9°1.833′

 

Termine 2018

 10. Mai   (Christi Himmelfahrt), 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
  9. September (Tag des offenen Denkmals), 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Für Führungen außerhalb der oben genannten Termine können Sie sich an unsere Höhlenwartin Bärbel Schaber Tel. 07432/21265 wenden.
Vom 1. Oktober bis zum 31. März ist die Höhle wegen der „gesetzlichen Fledermausschutzzeit“ (§ 39 Abs. 6 BNatSchG) geschlossen.
Da erfahrungsgemäß die Öffnung der Höhle zum 1. April zu früh ist, bleibt die Höhle bis zum 30. April geschlossen.

 

Lage und Geschichte

Die Linkenboldshöhle liegt etwa 2 km östlich von Onstmettingen unter einer Kuppe dicht unter der Albhochfläche. Die ca. 140 Meter lange Horizontalhöhle weist nur ein sehr geringes Gefälle von knapp 2° auf, die Höhendifferenz beträgt nur 4 Meter.
Längsschnitt

Die Höhle wurde 1761 entdeckt – der Zugang war ursprünglich nur über ein natürliches Schachtloch mit Hilfe von Leitern oder durch Abseilen möglich. Bereits im Jahr 1875 wurde eine „Linkenbold-Aktien-Gesellschaft“ mit dem Ziel gegründet, die Höhle durch den Bau eines Stollens, also eines bequemen Zugangs, für touristische Nutzung zu erschließen. Nach 6 Monaten Erschließungsarbeit wurde die Höhle am 24./25. Juni 1876 mit einem Fest feierlich eröffnet. In den folgenden Jahren wurden noch weitere Höhlenfeste abgehalten, doch die weitere Entwicklung verlief nicht so wie erwartet. So wurde 1939 die Linkenbold-Aktien-Gesellschaft aufgelöst und die Gemeinde übernahme die Höhle. Nach dem 2. Weltkrieg interessierte sich niemand mehr für die Höhle. Die Gittertür wurde irgendwann aufgebrochen und mit dem unkontrollierten Zugang setzte eine Verwahrlosung der Höhle ein. In dieser Zeit hat ihre Schönheit durch Abschlagen eines Teils der Tropfsteine, durch Rußflecken der Pechfackeln und durch Abfälle stark gelitten. 1974 übernahm unsere Ortsgruppe die Reinigung und Betreuung der Höhle. Seit 1975 ist die Höhle mit elektrischer Beleuchtung versehen und in kleinerem Rahmen wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Kleine Gruppe bei einer Höhlenführung

 

 

 

 
Kleine Gruppe bei einer Höhlenführung im Mai 2011
 

Es ist erstaunlich und erfreulich zu verfolgen, wie innerhalb von wenigen Jahrzehnten neue Sinterkalkschichten in leuchtenden Weiß- und Gelbtönen die alten Narben und Flecken überziehen!
Ein mächtiger, unversehrt gebliebener Tropfstein ist der „Linkenbolderer“, benannt nach dem Erdgeist Linkenbold, einer Sagengestalt.

Stalagmiten in der Höhle

 

 

 
   Stalagmiten in der Höhle
   „Hochzeitstorte“ oder auch „Linkenbolderer“
   (Foto: Rainer Bitzer)

 

 

 
 
Die vielfältigen Tropfsteinbildungen geben der Linkenboldshöhle einen besonderen Reiz. Was der Besucher heute in der Höhle an bizarrem, in Jahrtausenden gewachsenem Tropfsteinschmuck bestaunen kann, ist leider nur noch ein Bruchstück dessen, was die Höhle noch vor einem halben Jahrhundert zu bieten hatte.
Tropfstein-Formation in der Linkenboldshöhle
 

 

 

 
Tropfstein-Formation
im hinteren Teil der Höhle
 
Schützenswert ist die Höhle auch wegen der in ihr lebenden Moose, Farne, Insekten und den Fledermäusen, die hier überwintern. Die Schließung der Höhle in den Wintermonaten bietet den Fledermäusen ein ungestörtes Winterquartier. Während ihres Winterschlafes ist der Stoffwechsel der Tiere fast ausgeschaltet. Auf diese Weise verbrauchen die Fledermäuse sehr wenig Energie und können von ihren Fettreserven leben. Störungen
des Winterschlafes können zum Tod der Tiere führen.

Fledermäuse in der Winterruhe

Fledermaus in der Winterruhe
 
Geruhsame Nacht !
Nicht jede der Fledermäuse in der Höhle ist so gut sichtbar wie dieses Exemplar. Von anderen erspäht man bestenfalls die Nase.

Bericht des Schwarzwälder Boten
vom 11.01.2013

 

 

Immer zum Jahreswechsel begeht ein Expertenkreis die Höhle zur Fledermauszählung. Das Ritual existiert seit 1980, als sechs Tiere gezählt wurden. Danach stieg die Zahlen eine Zeitlang an – 1988 wurden 33 Tiere registriert, 1992 waren es sogar 51; seither scheint die Größe der Population mehr oder weniger konstant zu sein; sie wächst jedenfalls nicht weiter.
Die letzte Zählung am 30.12.2017 ergab folgenden Bestand:

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Großes Mausohr 25 22 25 23 25 23 22
Langohrfledermaus 2 4 6 1 4 3 3
Fransenfledermaus 1 2 2
Bartfledermaus 2 8 2 1 6
Wasserfledermaus 5 2 2 5 8 1

 
Es ist jedoch davon auszugehen, daß bei der Zählung nur ca. 50% der anwesenden Fledermäuse entdeckt wurden. Die Tiere hängen z.T. versteckt weit oben oder befinden sich zusätzlich in Ritzen, die überhaupt nicht einsehbar sind.
Braunes Langohr
 
Braunes Langohr
(Plecotus auritus)
beim Beutefang
(Foto: Dietmar Nill)
 

 

Wasserfledermaus im Flug
 

Wasserfledermaus
(Myotis daubentoni)

 

 

 

Flyer Linkenboldshöhle

Unsere Infobroschüre über die Linkenboldshöhle ist erhältlich bei der Tourist-Information Albstadt und hier online.
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Impressionen der Linkenboldshöhle  (im youTube Kanal)
 

Weitere Infos zur Höhle finden Sie auf Wikipedia


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